Neuer Impfstoff: Wimperntierchen schützen Mäuse vor Grippe

Münster, 11.04.19. Im Rahmen einer Pressekonferenz in Münster wurden heute neue Forschungsergebnisse rund um den Grippeimpfstoff CiFlu® vorgestellt. CiFlu® wird in einem biotechnologischen Verfahren aus gewöhnlichen Wimperntierchen gewonnen – der Impfstoff ist deswegen in der Produktion schneller und sauberer als der aktuelle Standard und kommt ohne umstrittene Verstärkerstoffe aus. Und er ist äußerst wirksam: Bei Tests in Mäusen konnten eine hohe Immunreaktion sowie der Schutz gegen Grippeviren nachgewiesen werden. Die aktuelle Studie wurde im Rahmen eines Projekts des ADITEC-Konsortiums der Europäischen Union durchgeführt. Involviert waren Forschungseinrichtungen aus Italien, England und Frankreich.

Grippe ist nach wie vor eine der heimtückischsten Krankheiten, mit denen der Mensch zu kämpfen hat: Alleine in der Saison 2017 / 18 starben laut Robert Koch-Institut mehr als 1.600 Menschen an der Viruserkrankung. Gründe dafür sind häufig Unterversorgung mit Impfstoffen, mangelnde Wirksamkeit und Reaktion auf umstrittene Verstärkerstoffe.

Die Antwort darauf könnte im Grippe-Impfstoff liegen. Dafür bietet Cilian AG eine mögliche Lösung: Das Vakzin CiFlu® wird mit Hilfe einfacher Wimperntierchen produziert, die in jedem Tümpel oder See vorkommen. Der Vorteil: Im Vergleich zum aktuellen Standard, der auf Züchtung von Virenpartikeln in Hühnereiern basiert, ist CiFlu® in der Entwicklung schneller, sauberer und günstiger. Auch die Produktionsbedingungen sind unkompliziert: Während Grippe-Impfstoffe üblicherweise unter Hochsicherheitsvorkehrungen mit Schutzkleidung hergestellt werden müssen, ist das bei Cilian nicht der Fall.

Bereits in den vergangenen Jahren konnte die hohe Wirksamkeit von CiFlu® bei Tests in Mäusen und Primaten nachgewiesen werden. Nun wurde im Rahmen des EU-Forschungskonsortiums ADITEC erneut eine in-vivo-Studie durchgeführt. Beteiligt waren die Universität von Siena (Italien), das Imperial College of London (England), das Centre National de la Recherche Scientifique (Frankreich) und die Cilian AG (Deutschland). Getestet wurde die Wirksamkeit bei einem Influenza A- und einem Influenza B-Stamm bei verschiedenen Verabreichungsmethoden wie intramuskulär, subkutan und mit Nanopartikeln. Gemessen wurde wie auch in den bisherigen Tests erneut eine hohe Immunantwort der Tiere.

Das Novum: Erstmals konnten die Forscher nachweisen, dass die Tiere bei einer Influenza-Infektion kein Gewicht mehr verlieren und besser gegen die Infektion geschützt sind.

„Gewichtsverlust ist ein wichtiger Indikator bei einer Influenza-Erkrankung. Wir haben mit der Studie den Nachweis erbracht, dass CiFlu® nicht nur Antikörper produziert, sondern tatsächlich schützt und mehr Gesundheit bringt“, so Dr. Marcus Hartmann, CSO von Cilian AG. Eine weitere Erkenntnis: Der Impfstoff zeigte auch ohne die Beigabe von Verstärkern, so genannten Adjuvanzen, eine starke Wirkung. Eine Veröffentlichung in einem peer-reviewed Journal ist in Vorbereitung.

„Wir blicken in Bezug auf CiFlu® auf eine erfolgreiche Reihe von in-vitro und in-vivo-Tests zurück: Unabhängige Forschungsinstitute aus zahlreichen Ländern haben die Wirksamkeit von CiFlu® unter Beweis gestellt. Das Vakzin hat mehrfach gezeigt, was es kann – in Primaten konnte gezeigt werden, dass wir keine größeren Nebenwirkungen zu erwarten haben“, erläutert Christian Scheiner, CEO von Cilian AG. Seine Forderung: Pharmakonzerne sollten sich mehr neuen Produktionsverfahren öffnen und auf saubere Methoden setzen. „In sämtlichen Lebensbereichen setzen wir neue, digitale Technologien ein: Beim Shoppen, Fernsehen und beim Buchen unseres Urlaubs. Wenn es um Grippe-Impfstoffe geht, nutzen wir allerdings immer noch veraltete Technologien. Hier sollte jetzt ein Umdenken stattfinden. Niemand sollte im 21. Jahrhundert noch an Grippe sterben.“ Die komplette Pressekonferenz finden Sie als Video unter: https://www.youtube.com/watch?v=a6VSPIZDjVo

Weitere Informationen finden Sie unter: www.cilian.de

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